Das Ratinger Tor ist das letzte erhaltene Stadttor der ursprünglichen Stadt Düsseldorf, das zwischen 1811 und 1815 im klassizistischen Stil als Zolltor neu errichtet wurde. Es ersetzte das mittelalterliche Tor, das im Rahmen der Festungsschleifung abgerissen wurde. Das neue Tor wurde etwa 115 Meter östlich vom alten Standort errichtet, was die Verlängerung der Ratinger Straße ermöglichte und den Bau der Heinrich-Heine-Allee zur Folge hatte. Architektonisch besteht das Ratinger Tor aus zwei quadratischen Gebäuden mit dorischen Säulen, die an antike Tempel erinnern. Es wurde von Adolph von Vagedes entworfen und gilt als ein Hauptwerk seiner Zeit. Die Geschichte des Tors reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück, als ein erstes Stadttor in dieser Gegend erwähnt wurde. Das alte Ratinger Tor wurde im 18. Jahrhundert umgestaltet, bevor es schließlich für den Bau des neuen Tors abgerissen wurde. Das Ratinger Tor verlor im Laufe des 19. Jahrhunderts seine ursprüngliche Funktion als Zolltor und diente später verschiedenen Zwecken, bevor es seine heutige Nutzung als kultureller Raum fand. Das nördliche Torhaus wird vom Heimatverein Düsseldorfer Jonges genutzt und ist einmal im Jahr öffentlich zugänglich. Das südliche Tor beherbergte unter anderem das Atelier des Künstlers Markus Lüpertz und wurde 2022 um eine Bronzeplastik von ihm bereichert, die an das Musikerpaar Clara und Robert Schumann erinnert.
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