Mit rund 4,1 Millionen Besucherinnen und Besuchern ist am Sonntagabend die 125. Rheinkirmes auf den Oberkasseler Rheinwiesen zu Ende gegangen. Nach zehn Tagen voller Brauchtum, Kirmesvergnügen und sommerlicher Atmosphäre fällt die Bilanz der Veranstalter sowie der beteiligten Einsatzkräfte durchweg positiv aus. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Rheinkirmes ihre Besucherzahlen leicht steigern und bestätigte einmal mehr ihren Stellenwert als eines der größten und beliebtesten Volksfeste Deutschlands.
Zum Erfolg trugen mehrere Faktoren bei. Neben stabilem Sommerwetter sorgten ein weiterentwickeltes Angebot an Fahrgeschäften und Gastronomie, neu konzipierte Drohnenshows, das traditionelle Höhenfeuerwerk sowie insgesamt sechs kostenfreie Konzerte für Besucher aller Altersgruppen für große Resonanz. Mehr als zehn Prozent der rund 300 Schausteller und gastronomischen Betriebe waren 2026 erstmals auf der Rheinkirmes vertreten und erweiterten das Angebot zusätzlich.
Andreas Paul Stieber, 1. Chef des St. Sebastianus Schützenvereins von 1316, betonte die besondere Bedeutung der Rheinkirmes als Ort der Begegnung. Gerade in bewegten Zeiten sei es wichtig, gemeinsam mit Familie und Freunden unbeschwerte Momente erleben zu können. Die Rheinkirmes stehe wie kaum eine andere Veranstaltung für gelebtes Brauchtum, Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Auch die Verantwortlichen der Platzkommission sehen das Konzept der Familienkirmes bestätigt. Nach dem tragischen Unfall im vergangenen Jahr sei die diesjährige Veranstaltung ohne vergleichbare Zwischenfälle verlaufen. Lange Warteschlangen vor den Fahrgeschäften und gastronomischen Angeboten hätten gezeigt, dass die Mischung aus traditionellen Klassikern und neuen Attraktionen erneut überzeugt habe.
Besonders bewährt habe sich die Verlegung der ersten Drohnenshow vom Eröffnungsfreitag auf den Dienstag. Die neue Terminierung lockte zahlreiche zusätzliche Besucher auf das Festgelände und soll deshalb auch künftig beibehalten werden. Ebenso positiv bewerteten die Veranstalter das überarbeitete Sicherheitskonzept rund um das Höhenfeuerwerk. Spezielle Abschusscontainer für die Feuerwerkskörper sowie zusätzliche Hinweise für einen rücksichtsvollen Heimweg sorgten nach den Erfahrungen des Vorjahres für ein gestärktes Sicherheitsgefühl.
Auch die nach fünfjähriger Pause zurückgekehrte Kirmesfähre erwies sich trotz ihres leicht verspäteten Starts infolge des Niedrigwassers als wichtiger Bestandteil des Verkehrskonzepts. Tausende Besucher nutzten die Verbindung zwischen Altstadt und Rheinwiesen und entlasteten damit die umliegenden Verkehrswege sowie die angrenzenden Wohngebiete.

Positiv fällt ebenfalls die Bilanz der Polizei Düsseldorf aus. Trotz hoher Besucherzahlen blieb die Zahl der Straftaten nach bisherigen Erkenntnissen auf einem niedrigen Niveau. Auch an den besonders stark frequentierten Tagen der Drohnenshows und des Feuerwerks verlief das Einsatzgeschehen ruhig. Außergewöhnliche Lagen mussten nicht bewältigt werden. Nach Angaben der Polizei trugen die enge Zusammenarbeit aller Sicherheitsbehörden und die hohe Präsenz auf dem Festgelände maßgeblich zu diesem Ergebnis bei.
Das Ordnungsamt leitete während der Kirmes insgesamt 5.264 Maßnahmen ein und kontrollierte insbesondere die Bewohnerparkgebiete rund um das Veranstaltungsgelände. Gleichzeitig wurden 149 Jugendschutzkontrollen mit Verstößen gegen Alkohol- oder Tabakkonsum Minderjähriger registriert. Auch die Zahl der geahndeten Fälle von Wildpinkeln ging gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 146 Verstöße zurück.
Die Feuerwehr Düsseldorf war während der gesamten Veranstaltung mit einer mobilen Feuer und Rettungswache auf dem Festgelände präsent. Rund zehn Einsatzkräfte sowie ein Notarzt, drei Rettungswagen und drei Krankenwagen standen täglich bereit. Insgesamt verzeichnete die Feuerwehr 70 Rettungsdiensteinsätze, während der Sanitätsdienst 526 Personen medizinisch versorgte. 70 Patientinnen und Patienten mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser transportiert werden. Brände oder technische Hilfeleistungen waren während der gesamten Rheinkirmes nicht zu verzeichnen.
Die Rheinkirmes gilt als größte Kirmes am Rhein und zugleich als eines der wenigen großen Volksfeste Deutschlands, das bis heute vollständig ehrenamtlich organisiert wird. Rund zwei Dutzend Ehrenamtliche koordinieren Jahr für Jahr die Veranstaltung, die eng mit dem traditionsreichen St. Sebastianus Schützenverein von 1316 verbunden ist und das Brauchtum der Landeshauptstadt seit Jahrhunderten prägt.
Bereits jetzt richtet sich der Blick auf das kommende Jahr: Die Rheinkirmes 2027 findet vom 16. bis 25. Juli 2027 statt. Bis zum 15. Oktober 2026 können sich Schausteller und gastronomische Betriebe für einen der begehrten rund 300 Standplätze bewerben.


