Wenn eine Stadt zeigt, wie moderne Bürgerpartizipation aussehen kann, dann ist es Düsseldorf am Dreck-weg-Tag. Noch bevor die eigentliche Kommunikationskampagne begann, lagen bereits rund 10.000 Anmeldungen vor, darunter etwa 7.000 Kinder aus Kitas und Schulen. Eine Resonanz, die zeigt, wie tief die Aktion inzwischen in der Stadtgesellschaft verankert ist.
Der Dreck-weg-Tag hat sich über die Jahre zu weit mehr entwickelt als zu einem gemeinsamen Frühjahrsputz. Er ist ein Symbol dafür geworden, dass Stadtsauberkeit und Lebensqualität nicht allein Aufgabe der Verwaltung sind, sondern das Ergebnis kollektiver Verantwortung. In einer Zeit, in der urbane Räume wachsen und Belastungen steigen, schafft die Aktion einen niedrigschwelligen Zugang zu gelebtem Engagement, offen für jedes Alter und jede Bevölkerungsgruppe.
Besonders die starke Beteiligung von Kindern sticht hervor. Sie erleben unmittelbar, was es bedeutet, Verantwortung für das eigene Umfeld zu übernehmen, und entwickeln früh ein Bewusstsein dafür, wie wichtig eine saubere und lebenswerte Stadt ist. Viele Kitas und Schulen nehmen deshalb schon eine Woche vor dem offiziellen Termin an eigenen Sammelaktionen teil.
Ein wichtiger Impuls kommt in diesem Jahr zudem von Valentin und Renata Lusin, bekannt aus der Fernsehsendung Let’s Dance. Das Paar hat sich kurzfristig und aus eigener Überzeugung bereit erklärt, als Testimonial für die Kampagne aufzutreten. Für die beiden ist es eine ehrenhafte Aktion um der Heimat was nützliches zurückzugeben.

Organisatorische Neuerungen erleichtern die Teilnahme
Um das Mitmachen noch einfacher zu gestalten, wurden in diesem Jahr drei zentrale Sammelstellen eingerichtet, die am 21. März ab 10 Uhr Arbeitsmaterial ausgeben:
- am Fuß der Oberkasseler Brücke
- am Staufenplatz in Grafenberg
- neu: auf dem Garather Schützenplatz
Darüber hinaus können Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die eine eigene Sammelaktion organisieren, das benötigte Material bereits im Vorfeld abholen. Kleinere Gruppen erhalten es im Umweltamt an der Brinckmannstraße, größere Gruppen auf dem Betriebshof der Awista.
Wichtig ist auch in diesem Jahr der verantwortungsvolle Umgang mit gefährlichen oder sperrigen Funden. Sondermüll wie Farben, Bauschutt oder weggeworfene Lachgasdosen soll nicht eingesammelt, sondern über die städtische App gemeldet werden. Damit bleibt die Aktion sicher und effizient.

Ein Gemeinschaftstag mit langem Nachhall
Oberbürgermeister Stephan Keller verbindet mit dem Dreck-weg-Tag zwei Effekte: eine sichtbare Verbesserung des Stadtbilds und eine wachsende Sensibilität für den Umgang mit Müll im Alltag. „Wir setzen ein Signal, dass Düsseldorf uns allen am Herzen liegt“, betont er.
Auch Renate Böhm, Vorsitzende von Pro Düsseldorf, unterstreicht die soziale Komponente: „Der Tag stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Menschen, die sich sonst nie begegnen würden, ziehen hier an einem Strang.“
Für Awista-Geschäftsführerin Ulrike Diederichs steht nicht nur der Aktionstag selbst im Mittelpunkt, sondern das Bewusstsein, das er schafft: „Jede und jeder sollte sich fragen, ob der Pappbecher oder der Pizzakarton wirklich sein muss. Wir wünschen uns einen nachhaltigen Lerneffekt.“

Zeichen einer lebendigen Stadtgesellschaft
Im vergangenen Jahr wurden rund dreißig Tonnen Müll gesammelt. Eine Zahl, die die Dimension der Herausforderung verdeutlicht, aber auch die Kraft gemeinschaftlicher Arbeit. Vor allem aber zeigt der Tag, wie sehr Menschen bereit sind, Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen, wenn man ihnen die Möglichkeit gibt.
Der Dreck-weg-Tag 2026 steht deshalb nicht nur für Sauberkeit, sondern für ein urbanes Selbstverständnis, das auf Mitmachen setzt. Die hohe spontane Beteiligung, das Engagement zahlreicher junger Menschen und die Vielfalt der Gruppen, Vereine und Initiativen machen ihn zu einem Vorzeigeprojekt für gelebte Partizipation.
Wer sich informieren oder anmelden möchte, findet alle Hinweise hier!


