Der Karneval verändert sich. Viele Menschen erleben die närrische Zeit inzwischen als zu laut, zu hektisch und zu sehr auf Dauerparty ausgelegt. Der aktuelle Titel der Rhythmussportgruppe „Das ist nicht mehr mein Karneval“ bringt dieses Gefühl treffend auf den Punkt. Doch während andernorts die Grenzen zwischen ausgelassenem Feiern und überdrehtem Spektakel verschwimmen, setzt die KakaJu Düsseldorf bewusst einen anderen Akzent.
Der traditionsreiche Verein steht seit Jahrzehnten für klassischen Sitzungskarneval, der auf Wort, Tanz und Musik gleichermaßen baut. Die Programme sind strukturiert, abwechslungsreich und schaffen Raum für das, was vielen heute fehlt: echtes Zuhören. Hier dürfen Pointen wirken, hier finden Rednerinnen und Redner ein Publikum, das aufmerksam bleibt und das genau diesen Stil zu schätzen weiß.

Dass dies nicht im Widerspruch zu guter Stimmung steht, beweist die KakaJu jedes Jahr aufs Neue. Feiern gehört dazu, aber mit Maß und eingebettet in ein Programm, das Inhalt und Atmosphäre miteinander verbindet. Kein Gegeneinander von Sitzung und Party, sondern ein Karneval, der beides zulässt und dabei seine eigene Handschrift bewahrt. Im Endspurt der Session zeigt sich diese Mischung besonders eindrucksvoll. Drei Veranstaltungen stehen noch bevor, dazu der Rosenmontag. Ein Höhepunkt ist die große Sitzung am Karnevalsfreitag, die in diesem Jahr erstmals im Maritim Hotel Düsseldorf ausgerichtet wird und ein starkes Signal für die Weiterentwicklung des Vereins setzt.
Die KakaJu macht deutlich: Relevanz entsteht im Karneval nicht automatisch durch Lautstärke oder Größe, sondern durch Haltung. Gemeinschaft, Vielfalt und Veranstaltungen, in denen sich Menschen wiederfinden können, bleiben die Grundpfeiler des Brauchtums – gerade in einer Stadt wie Düsseldorf, in der Tradition und Moderne eng beieinander liegen.


