Wildfleisch gilt vielen als Delikatesse für besondere Anlässe. Gleichzeitig lagern in den Gefriertruhen vieler Jäger große Mengen Fleisch, für die sich im Alltag nur schwer Abnehmer finden. Genau dieses Ungleichgewicht hat die Düsseldorferin Anna Vogt dazu gebracht, ein eigenes Lebensmittel Startup zu gründen. Mit ihrem jungen Unternehmen „VOGT – Wild neu gedacht“ möchte sie Wildfleisch aus der Nische holen und in eine moderne, alltagstaugliche Küche integrieren.
Vogt arbeitet hauptberuflich als Sekretärin in einer Düsseldorfer Arbeitsrechtskanzlei. Parallel dazu widmet sie sich seit Jahren ihrer Leidenschaft für gutes Essen und der Natur. Als Jägerin kennt sie die Situation auf beiden Seiten: Viele Menschen interessieren sich grundsätzlich für Wild, wissen aber oft nicht, wo sie es außerhalb der klassischen Festtage kaufen können. Gleichzeitig bleibt in den Revieren regelmäßig Fleisch übrig, weil das Angebot größer ist als die Nachfrage.
Aus dieser Beobachtung entstand eine Idee, die zunächst in der eigenen Küche begann. Vogt experimentierte mit verschiedenen Rezepten und suchte nach einem Gericht, das möglichst vielen vertraut ist und sich unkompliziert in den Alltag integrieren lässt. Nach zahlreichen Versuchen entwickelte sie schließlich eine Bolognese auf Basis von Wildfleisch. Das Ergebnis überzeugte nicht nur Kenner, sondern auch Menschen, die zuvor kaum Erfahrung mit Wildgerichten hatten.

Diese Rezeptur bildet heute das erste Produkt ihres Startups. Die Wild Bolognese wird im Glas angeboten und versteht sich als moderne Interpretation eines klassischen Pastagerichts. Dabei legt die Gründerin großen Wert auf Herkunft und Qualität der Zutaten. Das Fleisch stammt aus regionaler Jagd und wird ohne industrielle Massentierhaltung gewonnen. Für Vogt ist dies ein zentraler Bestandteil ihres Konzepts: Transparenz, nachvollziehbare Herkunft und eine handwerklich geprägte Verarbeitung.
Mit dem neuen Unternehmen verfolgt sie eine klare Vision. Wild soll nicht länger ausschließlich als saisonales Luxusprodukt wahrgenommen werden, sondern als natürliche und nachhaltige Alternative zu konventionellem Fleisch aus industrieller Produktion. Gleichzeitig möchte sie zeigen, dass Wildgerichte nicht kompliziert sein müssen, sondern sich unkompliziert in die moderne Küche integrieren lassen.

Die Bolognese ist dabei nur der Auftakt. Perspektivisch plant Vogt weitere Produkte auf Basis von Wildfleisch, darunter gefüllte Paprika oder ein Chili con Carne mit Wild. Ziel ist es, das Thema Wildküche neu zu interpretieren und eine Brücke zwischen traditioneller Jagdkultur und zeitgemäßem Genuss zu schlagen.
Der Online Shop des Startups ist inzwischen gestartet, und die ersten Gläser wurden bereits verkauft. Für Anna Vogt ist das Projekt mehr als eine Geschäftsidee. Es ist der Versuch, Natur, Verantwortung und kulinarische Kreativität miteinander zu verbinden und Wildfleisch wieder selbstverständlich auf den Speiseplan zu bringen.



